Am 29.11. sind wir in Gießen auf die Straße gegangen, weil wir nicht schweigen wollen, wenn demokratische Grundwerte angegriffen werden. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung ist es wichtig, Haltung zu zeigen und solidarisch für eine offene, vielfältige Gesellschaft einzustehen.

Unsere Geschichte zeigt, wohin solche Entwicklungen führen können. Deshalb halten wir es für notwendig, diese Parallelen klar zu benennen und frühzeitig dagegen Stellung zu beziehen – für Demokratie, Menschenwürde und eine Zukunft ohne Ausgrenzung.

Wenn wir die AfD-Jugend als Nachfolgejugend der Hitlerjugend bezeichnen, meinen wir damit keine historische Gleichsetzung, sondern eine politische Warnung. Wir sehen beunruhigende Parallelen: ein starkes Wir-gegen-sie-Denken, die Abwertung von Minderheiten, nationalistische Ideologien sowie den Versuch, junge Menschen früh an autoritäres und ausgrenzendes Gedankengut zu binden. Auch Provokation, bewusste Radikalisierung und der Aufbau einer geschlossenen Jugendkultur erinnern an historische Muster.

Neben der Demonstration waren wir mit einem eigenen Stand vor Ort. Mit einem Glücksrad konnten Sticker gewonnen werden, außerdem haben wir Getränke angeboten. An unserem Stand gab es Flyer mit konkreten Tipps, was man im Alltag gegen Rassismus tun kann, sowie Informationen über die vielen Initiativen und Engagementmöglichkeiten gegen Diskriminierung im Landkreis. Uns war wichtig, nicht nur zu protestieren, sondern auch ins Gespräch zu kommen, zu informieren und Mut zum Mitmachen zu machen.

Das Fest der Demokratie am Berliner Platz war dabei ein fröhliches und lebendiges Zeichen: Wir haben gezeigt, dass Demokratie gemeinsam, friedlich und solidarisch funktioniert. Umso mehr bedauern wir, dass die CDU auf diesem Fest der Demokratie nicht vertreten war. Gleichzeitig haben wir aus nahezu allen anderen demokratischen Parteien fröhliche, engagierte und solidarische Menschen gesehen – und das hat deutlich gemacht: Wir sind mehr. Auch wenn aus den Hessenhallen eine gefährliche Stimme zu hören war, dürfen wir eines nie vergessen: Es handelt sich um eine laute Minderheit. Unsere Stärke liegt in der Solidarität, im Miteinander und im entschlossenen Einsatz für Demokratie und Menschenwürde.