Wir zeigen den vielbeachteten Dokumentarfilm "Kein Land für niemand" am Samstag 21.02.2026 um 19:00 Uhr zusammen mit dem Verein "Luft nach Oben e.V." in der katholischen Kirche in Wißmar.

Deutschland steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag angenommen – mit Unterstützung der AfD, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Bestrebungen beobachtet wird.

Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter anderem eine vollständige Schließung der deutschen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.

Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine aufrüttelnde Reise. Die Dokumentation beginnt an den europäischen Außengrenzen, wo eine andauernde humanitäre Katastrophe auf staatliche Ignoranz trifft, aber auch auf ziviles Engagement. Sie begleitet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, dokumentiert die katastrophale Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und tödlicher Risiken den Weg nach Deutschland gefunden haben.

Während Deutschland dazu beiträgt, eine europäische Festung zu errichten, gerät die politische Landschaft ins Wanken. Von emotionalisierten Medienberichten bis zu hilflos nach rechts rudernden Politiker*innen zeichnet sich eine gesellschaftliche Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende richtet. Ist Migration überhaupt das große Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offenbart die Abschottungspolitik tiefere gesellschaftliche Ängste?

In eindringlichen Geschichten zeigt der Film eine zunehmend beängstigende Realität aus Sicht von Geflüchteten und analysiert die Dynamiken hinter dem historischen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen fordert Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes dazu auf, den brutalen Status quo und die scheinbar unaufhaltsame Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.

Denn damit es auch in Zukunft bei einem glaubhaften „Nie wieder“ bleibt, brauchen wir Alternativen – Alternativen, die der unvermeidbaren Realität von Migration in einer krisenhaften Welt und einem Einwanderungsland im Umbruch gerecht werden.

Im Anschluss wird es zusätzlich noch die Möglichkeit zu einem Gespräch und Fragen geben. Auf dem Podium werden Lara Gruber und Jana Freudenberger sitzen.

Lara Gruber (Krofdorf) organisiert Hilfe für Geflüchtete in den Camps Moria und Kara Tepe. Sie kann eindrücklich davon berichten: als Lehrerin an einer weiterführendrn Schule und in der Bildungsarbeit bringt sie diese Erfahrung mit ein.

Jana Freudenberger, Bildungsreferentin mit ausgewiesener Erfahrung in Migrationspolitik, Flucht und Asyl. Berufliche Stationen führten sie unter anderem zu Pax Christi, dem Deutschen Caritasverband und dem Bistum Limburg (Kirchenasyl). Kennt die Situation auf Lesbos und Lampedusa aus eigener Anschauung.

Wir freuen uns auf einen lehrreichen und interessante Abend mit euch!